| Weltmeisterschaft 2008 in Suzhou |
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In diesem Jahr fand vom 14. bis 20. Juli in Suzhou, China, die 12. RoboCup Weltmeisterschaft statt. Es traten 2000 Teilnehmer in 400 Teams aus 35 verschiedenen Ländern an, um sich mit ihren selbst gebauten und programmierten Robotern zu messen. Im Bereich Junior Soccer Secondary starteten 49 Teams, davon drei für Deutschland. Wir traten als gemischtes Team im 1vs1 und als Einzelteam in der 2vs2-Liga an und errangen zweimal den dritten Platz. Ein riesen Erfolg, wenn man bedenkt unter welch schlechtem Vorzeichen das Ganze begann.
Nach einer sehr intensiven Vorbereitungszeit, in der wir schon Wochen vorher kaum zum Ausschlafen kamen, starteten wir am Samstag, den 12.07.08, vom Frankfurter Flughafen nach Shanghai. Nach ca. 10 Stunden Flug, wurden wir am Sonntag von den RoboCup Volunteers vom Flughafen mit dem Bus abgeholt und bis zu unserem Hotel im 100 km entfernten Suzhou gefahren. An dieser Stelle sei gleich gesagt, dass die Chinesen hervorragende Gastgeber waren. Freundlichkeit, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft sind Tugenden, die uns den Aufenthalt sehr angenehm erleben ließen. Die chinesische Organisation des RoboCups verlief absolut reibungslos und sehr professionell.
Am Montag wurde im Hotelzimmer noch feste an den drei Robotern gearbeitet, bis Jonas nachts um ein Uhr bemerkte, dass eine Aluminium Halterung gerissen war. Es gab nur eines, die Halterung musste sofort ausgetauscht werden. Morgens um fünf Uhr war es vollbracht und wir konnten ins Bett gehen, um noch ein paar Stunden zu schlafen.
Am Dienstag fuhren wir dann gegen Mittag raus ins Expogelände zu der Messehalle in der das Turnier am nächsten Tag beginnen sollte. Doch am heutigen Tag waren noch jede Menge Abstimmungsarbeiten durchzuführen. Mitten in der Arbeit explodierte jedoch an einem Roboter durch einen Kurzschluss ein Kondensator. Dadurch wurden zwei Platinen beschädigt und einige Kabel waren total verschmort. Wieder hieß es, alles auszutauschen und wieder zum Laufen zu bringen. Nachts um 23:00 Uhr verließen wir als letzte die Halle und fuhren in unser Hotel. Dort angekommen warf sich Jonas aufs Bett und viel sogleich bis zum nächsten Morgen in einen Tiefschlaf. Benno arbeitete die ganze Nacht durch. Am Mittwochmorgen hatten wir um 10:00 Uhr unser erstes Spiel, das wir haushoch gegen die Italiener verloren. Auch in den zwei weiteren Spielen mussten wir uns geschlagen geben. Vor lauter Reparaturarbeiten hatten wir am Vortag leider keine Zeit gehabt, unsere Roboter auf die Situation in der Halle fein abzustimmen. Dieses mussten wir jetzt nachholen. Wieder wurde gearbeitet bis wir die Halle verlassen mussten.
Am Donnerstag, Freitag und Samstag kamen wir dann doch ins Spiel zurück. Im Viertelfinale schlugen wir sogar die Iraner, die letztes Jahr in Atlanta Weltmeister geworden waren, mit 25:1. Besonders hoch zu bewerten ist, dass wir unsere Roboter zu 100% selber planen, konstruieren und programmieren. Wäre dem nicht so, hätten wir uns in diesem Turnier niemals aus der aussichtslosen Anfangssituation herausgebracht.
Leider mussten wir auch auf dieser Weltmeisterschaft wieder feststellen, dass die meisten stärkeren Roboter nicht von den Schülern selbst entwickelt wurden, sondern zum Großteil von Lehrern, Betreuern und Studenten. Ein weiterer Punkt der uns auf dieser Weltmeisterschaft überhaupt nicht gefallen hat, ist der, dass es mehrere chinesische Teams gab, die mit identischen Robotern angetreten waren. Diesen Bausatz gab es inklusive fertigem Fußballprogramm und Aufbauanleitung fertig zu kaufen. Laut Regelwerk ist das strengstens untersagt, da in solch einem Fall von den Schülern keine Leistung erbracht wird.
Wir hoffen, dass so etwas bei der nächsten Weltmeisterschaft 2009 in Graz, Österreich, nicht mehr akzeptiert wird.
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